In den letzten Jahren hat die Anzahl der kosovo-albanischen Familien, die mit ihren Kindern in der Schweiz leben, stark zugenommen.

Von Brigitte Hartmann Kunkel

Die Ursache dafür liegt in erster Linie in der Veränderung und Zuspitzung der politischen und sozialen Situation in ihrer Heimat. Spezifische Eigenheiten des schweizerischen Ausländerrechts (Umwandlung von Saisonnierbewilligungen in  ahresaufenthaltsbewilligungen) haben ebenfalls etwas dazu beigetragen. Viele dieser Familien finden sich auf der untersten Stufe der gesellschaftlichen Anerkennung und haben mit massiven Integrationsproblemen zu kämpfen. Dabei scheint insbesondere die Transformation hergebrachter kultureller Werten und Normen, welche einer ländlichen, stark traditionsgebundenen Lebensform entsprechen, in die hiesigen städtischen, pluralistischen Strukturen mit grossen Schwierigkeiten und Widerständen verbunden zu sein.

Obwohl sich die gegenseitigen Kontakt- und Berührungspunkte oftmals auf ein Minimum am Arbeitsplatz und in der Schule beschränken, kann die Situation einer kosovo-albanischen Familie in der Schweiz nicht losgelöst von ihrer Interaktion mit der schweizerischen Umwelt betrachtetet werden. Diese reagiert auf die Gegenwart von Menschen, die ihrer eigenen Kultur und Persönlichkeit in vielem recht fremd, in manchem auch wieder bedrohlich ähnlich sind, gemäß ihren unbewußten, gesellschaftlichen Strukturen. Die Art und Weise wie die Schweiz ihnen begegnet, erschwert vielen kosovo-albanischen Familien eine schrittweise Integration, die nicht auf Kosten eigener gewachsener Strukturen geht. Unter den Spannungen und Konflikten, die aus dieser familiären und sozialen Desintegration hervorgehen, ergibt sich für die Kinder eine hohe Belastung, die sich in vielfältigen körperlichen, psychischen und psychosomatischen Symptomen äußern kann.

Einer der wesentlichen Unterscheide zwischen der schweizerischen und der albanischen Kultur besteht darin, dass in der letzteren das einzelne Individuum eine weniger herausragende Einzelposition einnimmt, sondern viel stärker in das umgebende familiäre System eingebunden ist. Wenn in der vorliegenden Arbeit versucht wird, die Belastung und Gefährdung, aber auch die Chancen des kosovo-albanischen Kindes in der Migration darzustellen, kann dies deshalb nur vor dem Hintergrund einer Beschreibung der Lebensumstände seiner Familie geschehen. Alle Aussagen, die für die Eltern oder die ganze Familie getroffen werden, implizieren eine direkte Bedeutung für die jeweiligen Kinder, die im Einzelfall durch eine Untersuchung der innerfamiliären Beziehungsstrukturen noch näher zu spezifizieren wäre. Eine Analyse des familiären Mikrosystems geht jedoch über den Rahmen der vorliegenden Arbeit hinaus.

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