Der albanische Ausdruck für das Gewohnheitsrecht der Albaner ist Kanun. Dieses Wort ist aus dem Sumerischen (gi, Rohr) über das Akkadische (qanu, Rohr) ins Hebräische (qane, Rohr) entlehnt und von da aus ins Griechische (kanna,  Rohr) übernommen worden und wurde zu kanon weitergebildet und bedeutet „Regel, Norm“.

[frame align=“left“]Kanuni[/frame] Die Hauptbedeutung des Kanun auf Albanisch ist das Gewohnheitsrecht. Die Quellen des Gewohnheitsrechts der Albaner sind: Kanuni i Skënderbeut, Kanuni i Malsisë së Madhe, Kanuni i Labërisë, Kanuni i Lekë Dukagjinit (KLD). In dieser Arbeit werde ich das bekannteste Gewohnheitsrecht der Albaner bzw. das Strafrecht im Kanun von Lekë Dukagjinit (KLD) behandeln.
Die Aufnahme des KLD in schriftlicher Form aus mündlicher Überlieferung wurde vom Franziskaner Shtjefën Gjegjovi von Kosova gemacht. Die von ihm gesammelten Rechtssatzungen begann er im Jahre 1913 in der Zeitschrift der albanischen Franziskaner Hylli i Dritës zu veröffentlichen. Nach seiner Ermordung durch Serben am 14.10.1929 systematisierten andere Franziskaner das hinterlassene Material und veröffentlichten es unter „Kanuni i Lekë Dukagjinit“. Das Gewohnheitsrecht „Kanuni“ war in 1263 §§ und in zwölf Bücher eingeteilt. Der Kanun regelte sowohl zivilrechtliche- als auch strafrechtliche Fragen. Dieser Kodex war gleichzeitig die eigentliche albanische Verfassung für viele Jahrhunderte bis zum Zweiten Weltkrieg.

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2 Responses to Das Strafrecht im „Kanun von Lekë Dukagjini“

  1. leisi sagt:

    Ich bin stolz das ich das kanuni i Leke Dukagjinit als apps habe und es ist interesant zu lesen den par sachen oder zum teil immer noch so ist aber ich verstehe etwas nicht so gut denn kapitel Blutrache? Kann jemand richtig mir erklären danke in voraus lg p. S ich hab noch eine frage aber weis nicht ob ich stelen soll den weiss nicht ob recht ist um zu fragen ohne das ich atakirt werde lg

  2. shala sagt:

    Hallo ich bin Agron aus Berlin,
    Zum ersten mal, als ich den Kanun in schriftlicher Form sah wusste ich nicht recht ob ich den lesen sollte oder nicht, weil ich mich davor fürchtete. Dann fragte ich meine Großmutter, was sie vom diesem Buch halte. Meine Großmutter schmuntzelte und belächelte mich. Sie war der Meinung den Kanun kann man nicht aus Büchern erlernen, den Kanun würde es nicht als Buch geben und wenn würde darin nur blödes Zeug stehen, was sich jemand ausgedacht hat (wahrscheinlich, weil Sie nie lesen und schreiben gelernt hatte). Wir einigten uns, dass ich der ganzen Familie vorlesen sollte und ins albanische übersetzen müsse. Den Kapitel über die „Kirche“ überflog ich gleich, weil ich mich nicht traute dies anzusprechen, da ich meine Familie nicht in Verlegenheit bringen wollte, weil Sie alle muslimisch aufgrund der historischen Ereignisse der letzten Jahrunderte.
    Ich nahm das Thema „Heirat“ worüber sich alle amüsierten. Es war erstaunlich, dass alles ganz normal ankam. Sie sagten es sei das normalste der Welt. Erklären konnten sie dies nicht aber sie nahmen dies als „Gesetz“ wahr bspw. „die Anordnung des Hochzeitsgefolges“ alb. Krushqit oder die eingeschworenen Jungfrauen alb. Burrneshat. Alles was darin angesprochen wurde emfanden Sie als das Normalste der Welt, ohne dies zu erklären. Meine großmutter sagte auch eins, so muss das auch sein sonst wären wir keine „Shqiptaré“ dt. Albaner. Somit kam ich persönlich zu dem Schluss, dass der Kanun der Grund ist ob mündlich oder schriftlich überliefert, dass die Albaner so sind wie sie sind und durch die Geschichte überlebt haben.

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