Anmerkungen zu ihrer Geschichte, Verbreitung und zur derzeitigen Lage.

Vor Ankunft der Türken auf der Balkanhalbinsel lebten alle Albaner im Einflussgebiet des Christentums – des Katholizismus im Norden und der Orthodoxie im Süden. Die Grenze zwischen diesen beiden  Glaubensgemeinschaften verlief quer durch Albanien, schwankte aber häufig im Laufe der Jahrhunderte – je nachdem, welche Seite militärisch und kulturell auf dem Vormarsch war. Mitte des 14. Jahrhunderts jedoch tauchten am östlichen Horizont die Fahnen einer dritten Religion auf, des Islam.

von Robert ELSIE (Olzheim)

Vor Ankunft der Türken auf der Balkanhalbinsel lebten alle Albaner im Einflussgebiet des Christentums – des Katholizismus im Norden und der Orthodoxie im Süden. Die Grenze zwischen diesen beiden  Glaubensgemeinschaften verlief quer durch Albanien, schwankte aber häufig im Laufe der Jahrhunderte – je nachdem, welche Seite militärisch und kulturell auf dem Vormarsch war. Mitte des 14. Jahrhunderts jedoch tauchten am östlichen Horizont die Fahnen einer dritten Religion auf, des Islam. Am 28. Juni 1389 besiegten die Osmanen eine Koalition von Balkanvölkern unter serbischer Führung auf dem Amselfeld und bemächtigten sich eines beträchtlichen Teils der Halbinsel. Im Jahre 1393 nahmen sie Shkodra ein, obwohl die Venezianer Stadt und Festung bald zurückerobern konnten. Die Niederwerfung Albaniens dauerte bis in das frühe 15. Jahrhundert. Schon im Jahre 1415 wurde die Gebirgsfestung Kruja eingenommen, und zwei Jahre später, 1417, fielen die strategisch ebenso wichtigen südalbanischen Städte Vlora, Berat und Kanina. Bis zum Jahre 1431 hatten die Türken ganz Südalbanien in das Osmanische Weltreich einverleibt, für das sie eine Sandschak-Verwaltung mit Hauptstadt in der 1419 eingenommenen Stadt Gjirokastra errichteten. Die  Berge Nordalbaniens blieben unter Kontrolle ihrer autonomen Stammesführer, auch wenn diese nunmehr formell im Namen des Sultans handelten.
Die türkische Eroberung verlief nicht ohne Widerstand seitens der Albaner, v.a. unter dem albanischen  Fürsten und Nationalhelden Skanderbeg [Gjergj Kastrioti] (1415-1468). Dieser konnte dreizehn osmanische Offensiven zurückschlagen, drei davon unter Anführung der jeweiligen Sultane selbst (Murad II. im Jahre 1450 und Mehmet II. in den Jahren 1466 und 1467). Obwohl Skanderbeg in der christlichen Welt für seinen Widerstand gegen die osmanischen Horden gefeiert wurde – ihm wurde die Auszeichnung Athleta Christi (Glaubenskämpfer Christi) von Papst Calixtus III. (1455-1458) verliehen –, fand er bei den Westmächten eigentlich wenig und nur sporadisch Unterstützung. Bis zu seinem Tod in Alessio [Lezha] am 17. Januar 1468 hielt der albanische Widerstand an. Jedoch wurde im Jahre 1478 die Festung von Kruja von türkischen Truppen eingenommen. Shkodra ergab sich im Jahre 1479, und Durrës fiel als letzte im Jahre 1501. Am Ende des 16. Jahrhunderts hatte das Osmanische Reich den Gipfel seiner Ausdehnung und politischen Macht erlangt, und Albanien war nun sein fester Bestandteil. Die kommenden vier Jahrhunderte osmanischer Kolonisierung änderten Albanien und das Leben seiner Einwohner von Grund auf. Eine neue Religion, der Islam, gesellte sich zu dem katholischen Norden und dem orthodoxen Süden und sollte im Laufe der Zeit zur vorherrschenden Religion Albaniens werde.

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