Mit der Verkündung der Nazidoktrin “final solution” – die als Basis (Anfang der `30 Jahren) der Vernichtungsgewalt gegen Antisemitismus diente, wird in Albanien eine substanzielle Wende im Standpunkt der Diplomatie des königlichen Albaniens gegenüber dem Schicksal der Juden nachgewiesen.

Prof. Dr. Shaban Sinani

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Albanien selbst hatte kein Problem mit einheimischen Juden. Die albanische Diplomatie begann die Verantwortung über die gefährdeten Juden in den Ländern (Deutschland, Österreich, Polen und Italien), wo die Nazidoktrin mehr Handlungsspielraum hatte, zu übernehmen. Seit 1933 traten in  manchen Ländern Europas spezifisch antisemitische Gesetzte in Kraft. Die königliche Regierung Albaniens, obwohl unter Einfluss Italiens, verabschiedete weder ein antisemitisches Gesetz, noch nahm sie irgendwelche Anpassungen vor. Der einzige übereinstimmende Schritt der königlichen Regierung war in jener Zeit die Umsetzung der „Karteikasten der Fremden“ oder „das Anagrammmodel 23“, was nach damaligen Standards bei Visumsgesuch die Rasse eingegeben werden musste. Die Karteikasten beinhalteten zwei Spezifizierungen der Rasse: arisch und jüdisch. Jedoch das war kein Hindernis, dass Albanien als Rettungsland für viele Juden betrachtet wurde. In den `30 Jahren fiel eine intensivierte Bewegung der Juden in die Richtung Albaniens auf. Unter denen gab es bekannte Intellektuelle wie etwa Prof. Stanislav Zuber, der Schriftsteller Dr. Leo Mathia und die  Künstlerin, Joli Jakob. Im Jahre 1935 ersuchte auch Dr. Finer, Universitätsprofessor in London nach Albanien einzureisen, in Begleitung von John Walter, der Sohn des Direktors von Times. Das Ziel dieser Reise war es, sich über die Niederlassungsmöglichkeit der Juden in Albanien zu erkundigen (AQSH, Fondi 171, Viti 1935, Dosja I-110, fl. 5-6). Aus mittelbaren Quellen ergibt sich, dass in dieser Zeit auch der berühmte jüdische Wissenschaftler Albert Einstein einen inkognito Besuch in Albanien machte.

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