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Internationalismen und false friends Die “richtigen” und die “falschen” Freunde

Dr. Izer MAKSUTI

Außerordentlicher Professor an der Staatlichen Universität Tetovo (Mazedonien)

1. Zur Terminologie – begriffliche Erklärungen
1.1 Entlehnungsarten 

In der albanischen Sprachwissenschaft ist die Diskussion um die begriffliche Auseinandersetzung und die Definition von Entlehnung, Lehnwort, Fremdwort nicht mit solcher Intensität wie in der germanistischen Linguistik (besonders in den 1970er Jahren) geführt worden. Eine Beschreibung dieser Problematik, Definition und Abgrenzung von Begriffen solle hier den Rahmen der Arbeit abstecken und ihre Zielsetzung verdeutlichen.  Übernahmen von Lexikoneinheiten, von Lexemen also, aus einer anderen Sprache werden als lexikalische Transferenzen bezeichnet, und damit sind Fremd- bzw. Lehnwörter gemeint. Laut Duden (1996)1 sind Lehnwörter in Lautung, Schrift und Flexion völlig angepasst, während Fremdwörter noch nicht voll der übernehmenden Sprache angeglichene Wörter sind. Der Terminus Fremdwort wurde vom Schriftsteller Jean Paul (1819) geprägt, um fremde oder ausländische Wörter zu bezeichnen, die in die deutsche Sprache aufgenommen werden. Den Begriff Lehnwort gebrauchte das erste Mal im Jahre 1856 Hermann Wilhelm Ebel.   Die Abgrenzung der Begriffe Fremdwort und Lehnwort bezieht sich auf den Grad der Integration in das System der aufnehmenden Sprache (in Hinsicht auf Lautung, Betonung, Flexion, so wie Sprachempfinden, Verwendungsbereich, Gebräuchlichkeit, Funktion und Nutzen der übernommenen Lexeme).2 Obwohl jedes Lehnwort auf ein Fremdwort zurückgeht, kann der Zeitpunkt der Entlehnung nicht dafür entscheidend sein, ob es nun als fremd empfunden wird oder nicht. Viel eher spielt die Häufigkeit des Auftretens beziehungsweise die Vertrautheit des Sprechers mit dem Wort eine Rolle.3 Grundsätzlich können wir annehmen, dass ein Fremdwort, je häufiger es gebraucht wird, umso vollständiger und schneller angeglichen wird.